„Duisburg“ ist in aller Munde, die Sicherheitskatastrophe schlechthin – die Loveparade 2010 war Impuls für ein Umdenken in Sachen Crowdmanagement und eine Positionierung des Themas an vorderer Stelle. Dies gilt, flankiert durch andere Unfälle und Terrorakte, auch für kleinere und nicht explizit in der Öffentlichkeit stattfindende Events. Großveranstaltungen mit einer hohen Zuschauerzahl bringen ohnehin ein höheres Verletzungsrisiko mit sich. Im Jahrzehnt von 1992-2002 erlitten weltweit über 66'000 Personen Verletzungen bei derartigen Veranstaltungen wie Sportevents oder grossen Konzerten (Norazlina et al, 2011).
Durch diverse Vorfälle auf öffentlichen Veranstaltungen insbesondere im vergangenen Jahrzehnt kam noch eine neue Komponente hinzu: Angriffe von terroristischem Charakter auf die Teilnehmer von grossen Veranstaltungen kam dem Crowd Management eine völlig neue Rolle zu. Standen in der Vergangenheit die Vermeidung von Unfällen und die Sicherstellung der Anlagensicherheit im Mittelpunkt, rückten nun zunehmend auch Strategien zur Vermeidung von Zwischenfällen von terroristischem Charakter in den Mittelpunkt (Taylor et al, 2007). Beide Aspekte, die Unfallsicherheit und die Sicherheit vor externen Angriffen, müssen heute beim Crowd Management für Grossveranstaltungen berücksichtigt werden. Aber auch abgesehen von solchen Faktoren birgt jede Grossveranstaltung Risiken, die der Veranstalter kennen und im Vorfeld strategisch überdenken muss, um Katastrophen zu verhindern. Gerade Sportveranstaltungen bergen ein hohes Risiko für Unfälle und Verletzungen, wie sich in der Vergangenheit auf Fussballspielen weltweit gezeigt hat.
Sportveranstaltungen erfreuen sich heute einer großen Beliebtheit und sind regelrechte Publikumsmagneten. Gerade bedeutende internationale Veranstaltungen sind heute regelrechte Massenevents, die einige Ansprüche an den Veranstalter stellen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren. Crowd Management spielt eine zentrale Rolle im Planungs- und Durchführungsprozess von solchen sportlichen Großveranstaltungen. Für die vorliegende Arbeit interessiert das Sicherheitsmanagement in Austragungsorten von Sportveranstaltungen, namentlich grossen Sportarenen.